HAZ/NP Podiumsdiskussion. Warum wurde meine Kandidatur nicht erwähnt?
Aktualisiert: 27. Aug.
Mit dem Bericht „Forum zur Bürgermeisterwahl: Kandidaten stellen sich ihren Fragen“ vom 15.08.2026 kündigt die HAZ / Neue Presse eine Diskussionsveranstaltung am 27. August in der Lütt-Jever-Scheune in Ronnenberg an. In dem Artikel werden fünf Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Ronnenberg vorgestellt. Meine Kandidatur als AfD-Bürgermeisterkandidat findet darin jedoch keine Erwähnung.
Ich halte das für bedauerlich und nicht nachvollziehbar. Wenn eine Zeitung über eine Bürgermeisterwahl berichtet, sollten die Bürger die Möglichkeit erhalten, sich über alle zugelassenen Bewerber zu informiere. Der Artikel vermittelt dagegen den Eindruck, als beschränke sich das Kandidatenfeld auf die dort genannten Personen.

Dabei geht es nicht um eine Sonderbehandlung. Ich erwarte lediglich faire und nachvollziehbare Bedingungen im Wahlkampf: gleiche Sichtbarkeit, gleiche Chancen und die Möglichkeit, die eigenen politischen Positionen den Bürgern vorzustellen. Die Bürger können sich selbst ein Urteil bilden.
Besonders irritiert mich, dass in Ronnenberg zugleich das Gerücht kursiert, ich hätte eine Einladung zu der Veranstaltung nicht angenommen. Dem widerspreche ich ausdrücklich: Ich habe keine Einladung erhalten. An einer Diskussion hätte ich selbstverständlich teilgenommen, wie ich es auch am 25. August im Rahmen der Diskussion vom Seniorenbeirat mache.
Fragen zur Transparenz der Berichterstattung
Vor diesem Hintergrund stellt sich für mich die Frage: Wie unabhängig ist die Berichterstattung, wenn ein aussichtsreicher Kandidat einer Partei in einem Wahlbericht vollständig unerwähnt bleibt?
Ich behaupte nicht, dass die Nichtberücksichtigung meiner Kandidatur automatisch eine redaktionelle Einflussnahme beweist. Gerade im Wahlkampf halte ich Transparenz bei solchen Entscheidungen jedoch für besonders wichtig. Daher sollte in diesem Zusammenhang die Eigentums- und Beteiligungsverhältnisse der Madsack Mediengruppe nicht unerwähnt bleiben. Auf ihrer eigenen Internetseite führt die Madsack auf, dass zu ihrem Portfolio 19 Zeitungstitel gehören (u.a. HAZ und NP) sowie rund 77 Prozent ihrer Anteile bei zahlreichen Einzelgesellschaftern liegen und rund 23 Prozent von der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG), gehalten werden. Zugleich bezeichnet die Madsack die DDVG als die Holding des Beteiligungsvermögens der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Auch die DDVG selbst weist auf ihrer Beteiligungsseite eine Beteiligung von 23,1 Prozent an der Madsack Mediengruppe aus. Damit ist die SPD beziehungsweise ihre Beteiligungsgesellschaft größter einzelner Anteilseigner. Diese Angaben sind für sich genommen kein Beleg für eine parteipolitisch gesteuerte Berichterstattung. Doch aus diesem Grund ist es aus meiner Sicht besonders wichtig zu erfahren, nach welchen Kriterien Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Wahlforum eingeladen und in der Berichterstattung vorgestellt werden.
Die entscheidende Frage lautet daher: Wurde bei der Auswahl tatsächlich nach transparenten Kriterien vorgegangen, die für alle Kandidatinnen und Kandidaten gleichermaßen gelten? Oder werden manche Bewerber – bewusst oder unbewusst – weniger sichtbar gemacht? Eine unabhängige Presse muss sich solchen Fragen stellen, gerade im Wahlkampf und gerade dann, wenn es um die öffentliche Vorstellung politischer Kandidaturen geht.
Ich respektiere selbstverständlich das Recht jeder Redaktion, Veranstaltungen zu planen und journalistische Schwerpunkte zu setzen. Dieses Recht entbindet Medien jedoch nicht von der Verantwortung, fair, sachlich und ausgewogen zu informieren. Dass meine Kandidatur in dem genannten Bericht nicht erwähnt wird, ist aus meiner Sicht mit diesem Anspruch nur schwer vereinbar.
Bürgerdialog am Tag der Diskussion
Unabhängig davon möchte ich den Bürgern von Ronnenberg die Möglichkeit geben, direkt mit mir ins Gespräch zu kommen. Termine finden Sie auf meiner Homepage. Auch vor der Diskussion am 27. August werde ich mich mit einem Informationsstand in der Nähe des Veranstaltungsortes für Fragen und Gespräche zur Verfügung stellen.
Ich lade alle Bürger ein, vorbeizukommen, ihre Fragen zu stellen und mit mir über die Zukunft unserer Stadt zu sprechen. Demokratie lebt vom offenen Austausch. Dieser Austausch sollte nicht davon abhängen, ob eine Zeitung eine Kandidatur erwähnt oder nicht.
Ihr Marc Y. Wandersleben




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